MMT — Die Lösung liegt in höheren Staatsausgaben

12 May, 2019 at 09:30 | Posted in Economics | 1 Comment

Der deutsche Staat hat sein Konto, das „Zentralkonto des Bundes“, bei der Deutschen Bundesbank. Sie „zahlt“ für ihn, wobei sie auf Rechnung des Finanzministeriums handelt. „Finanzieren“ kann sich die deutsche Bundesregierung durch die Ausgabe von Staatsanleihen, die bei einer Laufzeit von zehn Jahren quasi zum Nullzins ausgegeben werden können. „Finanzieren“ kann sie sich im Unterschied zu den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Schweden, Japan, Schweiz, und so weiter auch durch Steuereinnahmen, da sie über keine souveräne Währung verfügt.

faz Solange Geld auf dem Zentralkonto ist, kann die Bundesbank die Überweisungen für die deutsche Regierung durchführen. Staatliche Mehrausgaben führen dann, unabhängig von der Finanzierung durch Steuern oder Staatsanleihen, zu höheren Einkommen bei Haushalten und Unternehmen. In der Regel sehen wir staatliche Defizite, da der Staat mehr ausgibt, als er einnimmt. Dies erscheint einigermaßen plausibel, denn sowohl Haushalte wie auch Unternehmen wollen Einnahmenüberschüsse erwirtschaften. Die ersteren sparen zur Altersvorsorge, letztere zur Generierung eines positiven „cash flow“.

Dies erklärt, warum staatliche Defizite die Regel sind und Überschüsse selten bis nie vorkommen. Überschüsse bedeuten nichts anderes, als das der Staat „uns“ – den Haushalten und Unternehmen – mehr über Steuern wegnimmt als er über Ausgaben auf unsere Konten überweist. In der Folge werden wir wahrscheinlich weniger Geld ausgeben als wir es sonst getan hätten. Dies führt zu einer Unterauslastung der Ressourcen, sprich zu Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung. Diese Folgen sehen wir in der Eurozone in Spanien, Italien und auch in Frankreich, nicht allerdings in Deutschland. Dies ist die Folge der schleppenden Lohnentwicklung aus den Nullerjahren, die zu deutlichen Nettoexporten Deutschlands führten. Die zusätzlichen Exporte kompensierten dabei die schwache staatliche Nachfrage.

Dirk Ehnts / FAZ

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  1. “Surpluses mean that the state “us” – households and businesses – takes more away from taxes than it transfers to our accounts through spending.”
    .
    The thing MMT misses is that endogenous money creation is transferring money to our accounts (if we are investors) whether the government runs a surplus or not. The money is an IOU that circulates as money for a long time, indefinitely, backstopped by public institutions in crisis. The private sector regularly creates new net financial assets before the central bank has created the official money to pay for them.


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