Mark Lilla and the identity politics trap

18 January, 2018 at 13:18 | Posted in Politics & Society | Leave a comment

ZEIT: Warum führt Identitätspolitik überhaupt zu dieser Stärkung des Identitätsbegriffes? Lief die Ursprungsidee nicht auf das Gegenteil hinaus – auf die Dekonstruktion von Identität?

lillaLilla: Man findet beides. Wobei “Dekonstruktion” natürlich nur was für reiche Kinder aus der Bourgeoisie ist, die an wahnsinnig teuren Eliteuniversitäten studieren. Die sind die Einzigen auf der Welt, die sich für Dekonstruktion interessieren – und sie gehören zu den privilegiertesten Menschen auf Gottes grüner Erde. Daneben gibt es dann noch einen affirmativen Umgang mit dem Identitätsbegriff. Aber das ist schlicht die amerikanische Variante der französischen Dekonstruktion: I can make myself! Statt Dekonstruktion erschafft man sich hier seine eigene Identität. Selbstverständlich ist das für Studenten reizvoll. Wenn Sie jung sind, und jemand fragt Sie: “Willst du, dass ich dir mikroökonomische Theorien erkläre? Oder willst du lieber, dass wir ein bisschen über dich sprechen?” – dann ist doch klar, was Sie antworten. Klar wollen die Studenten lieber über sich selbst sprechen. Das ist ganz natürlich.

Lars Weisbrod/Die Zeit

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